Halten die Übungen, was sie versprechen?

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brolithelegend
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Hallo,

ich habe schon mehrmals eine Anfrage eingereicht, aber bislang nie eine Rückmeldung erhalten. Deshalb probiere ich es nun noch ein letztes mal hier im Forum. Es gibt im Internet viele Seiten, die Gehirntraining anbieten. Leider ist es oft zweifelhaft, ob die Übungen tatsächlich effektiv sind. Aufgrund der vielen unseriösen Angebote hat Gehirnjogging auch so einen schlechten Ruf. Das Institut für Medizin hat daher eine Checkliste erstellt, anhand derer man überprüfen kann, ob ein Programm tatsächlich wissenschaftlich geprüft ist oder nicht: *Link entfernt*

Ich würde mich freuen, wenn Sie die folgenden Fragen beantworten würden. Durch diese Fragen kann ich besser prüfen, ob Neuronation seinem Namen gerecht wird oder nicht.

(1): Gibt es einen sogenannten nahen Transfer, d.h. verbessern sich die Übenden nicht nur in den Übungen, die trainiert wurden, sondern auch in anderen Übungen, die dasselbe kognitive Konstrukt messen (z.B. Aufmerksamkeit oder Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit)? Sie verweisen in ihren Artikeln auf Studien, die belegen, dass man sich durch die Übungen von Neuronation in dem trainierten kognitiven Konstrukt generell verbessert und nicht nur in der trainierten Übung. Allerdings wurden bei den wissenschaftlichen Untersuchungen nur einige der Übungen getestet. Es ist für mich daher nicht klar, ob dasselbe auch für andere Übungen gilt, die sie anbieten.

(2) Gibt es einen sogenannten weiten Transfer, d.h. verbessern sich die Leute auch in völlig anderen Aufgaben, die nicht direkt mit dem kognitiven Konstrukt zusammenhängen, das trainiert wurde? Mit anderen Worten: Wenn das Arbeitsgedächtnis trainiert wurde, verbessern sich die Leute dann auch in Aufgaben, die völlig verschieden von Arbeitsgedächtnisübungen sind? Wirken sich die Übungen auch im echten Leben aus?

(3) Wurde das Produkt durch eine aktive Kontrollgruppe geprüft?

(4) Wie lange werden die trainierten/verbesserten Skills beibehalten?

(5) Wurden die Ergebnisse der wissenschaftlichen Untersuchungen repliziert und zwar von Gruppen/Personen, die unabhängig von Neuronation sind?

10 Kommentare

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    Zendesksupport
    Stimmen: -1

    Hallo brolithelegend,

     

    vielleicht probierst Du zunächst unser kostenloses Programm und überprüfst, inwiefern sich Deine kognitiven Skills verbessern.

     

    Dass unsere Übungen wissenschaftlichen Standards entsprechen, kannst Du der Tatsache entnehmen, dass wir eng mit mehreren Universitäten und Institutionen zusammenarbeiten, wir gemeinsam mit deren Mitarbeitern die Übungen entwickeln, in Studien auswerten und auch von Krankenkassen bereits kostenlos Ihren Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden.

    Informationen dazu findest Du auf der Startseite von NeuroNation.

     

    Unzweifelhaft ist die Tatsache, dass Gehirntraining nicht schaden kann, zumindest nicht mehr, als untätig zu bleiben. ☺

     

    Sicherlich werden Dir auch viele Mitglieder von Ihren eigenen Erfolgen und spürbaren Verbesserungen im Alltag berichten können, deshalb habe ich Deinen Beitrag in diese Rubrik verschoben. 

     

    Liebe Grüße Katja von NN

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    Tumbleweed
    Stimmen: 2

    @Katja

    Es wäre schon interessant, konkrete Antworten auf brolithelegends Fragen durch das Wissenschaftlerteam (und nicht durch andere Mitglieder) zu erhalten! Das Verschieben in diese Rubrik kann ich inhaltlich nicht nachvollziehen. Die Fragen sind eine Antwort durch die wissenschaftlichen Partner (oder deren StudentInnen bzw. PostDocs) wohl wert. Vielleicht gibt es ja Studien oder Artikel, die man hier verlinken kann. Das volle Abo ist für ein "nutzt's nix - schadt's nix" wohl auch etwas zu teuer. Wieso wurde übrigens der Link in brolithelegends Post entfernt?

    @brolithelegend

    Mein persönlicher (subjektiver) Eindruck ist, dass sich meine kognitiven Leistungen tatsächlich nachhaltig durch die Übungen verbessert haben. Der Effekt hält auch an, wenn ich mal einige Wochen pausiere. Die Sensorik-Übungen wirken besonders stark z.B. auf Konzentration und Wahrnehmung, aber auch mein Arbeitsgedächtnis hat sich verbessert. Ich bin Übersetzerin und musste früher oft dieselben für mich neuen Fachbegriffe nach kurzer Zeit (innerhalb weniger Minuten) wieder nachschlagen, und hier ist eine nachhaltige Veränderung zu spüren.

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    brolithelegend
    Stimmen: 0

    Hallo,

     

    "vielleicht probierst Du zunächst unser kostenloses Programm und überprüfst, inwiefern sich Deine kognitiven Skills verbessern."

     

    Das ist allerdings nicht so einfach. Wie könnte ich das denn überprüfen? (1) Durch Selbstbeobachtung, (2) durch eine Verbesserung in den Übungen von Neuronation oder (3) durch einen Leistungstest bei einem niedergelassenen Psychologen. (1): ist keine sichere Methode, um kognitive Leistungssteigerungen festzustellen. Die Psychologen Siegfried Lehrl und Peter Sturm schreiben z.B., dass selbst größere Leistungssteigerungen von Menschen oft nicht bemerkt werden. Daher sind eben Leistungstests notwendig. (2): eine Verbesserung in den Übungen zeigt eben erstmal nur das: eine Verbesserung in den Übungen. Man könnte in dem Fall nur dann folgern, dass man seine kognitiven skills verbessert hat, wenn man voraussetzt, dass Neuronation die kognitiven Fertigkeiten verbessert. Das ist aber die Ausgangsfrage der Diskussion, die nicht affirmativ vorausgesetzt werden kann, wenn das Argument nicht zirkulär sein soll. (3): Zu umständlich und es kann auch recht teuer werden.

     

    "Dass unsere Übungen wissenschaftlichen Standards entsprechen, kannst Du der Tatsache entnehmen, dass wir eng mit mehreren Universitäten und Institutionen zusammenarbeiten, wir gemeinsam mit deren Mitarbeitern die Übungen entwickeln"

     

    Der Schluss folgt allerdings nicht zwangsweise, da die Forschung von Wissenschaftlern selbst nicht immer wissenschaftlichen Standards entspricht. Gerade psychologische Experimente werden häufig dafür kritisiert, dass sie eben nicht dem Standard entsprechen (zu wenige Teilnehmer in der Experimentalgruppe, nicht randomisiert, etc.). Tatsächlich leidet eine ihrer Untersuchungen darunter (zu kleine Stichprobe). Auch andere Anbieter verweisen auf ihre enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern, z.B. Lumosity: "Von Wissenschaftlern und Spieldesignern entwickeltes Gehirntraining." Allerdings konnten wissenschaftliche Untersuchungen keinen signifikanten Effekt bei Lumosity nachweisen. Der Verweis auf wissenschaftliche Zusammenarbeit ist daher kein schlüssiges Argument.

     

    "in Studien auswerten"

     

    Das habe ich ja schon in meinem ersten Post angesprochen. Eine Studie konnte einen nahen Transfer belegen, aber keinen weiten. Zudem wurden nur einige der Übungen getestet. Speziell die Gedächtnisübungen. Das lässt keinen Rückschluss auf alle anderen Übungen zu, die sie anbieten. Eine andere Studie wurde von einer Abiturientin durchgeführt und mit einem anderen Training verglichen. Die Experimentalgruppe bestand aus nur drei Personen. Das ist eine winzige Stichprobe.

     

    " und auch von Krankenkassen bereits kostenlos Ihren Mitgliedern zur Verfügung gestellt werden."

     

    Krankenkassen sind aber nicht unbedingt qualifiziert, um die Effizienz so eines Programms oder die Qualität der dahinter stehenden wissenschaftlichen Untersuchungen zu bewerten.

     

    "Unzweifelhaft ist die Tatsache, dass Gehirntraining nicht schaden kann, zumindest nicht mehr, als untätig zu bleiben."

     

    Das stimmt wohl. Allerdings möchte niemand Geld - oder im Falle des kostenlosen Angebots: Zeit - für etwas opfern, was bloß nicht schadet. Das ist lediglich eine minimale bzw. notwendige Bedingung.

     

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    Zendesksupport
    Stimmen: 0

    Hallo tumbleweed, Hallo brolithelegend, 

     

    Links entfernen wir prinzipiell. Das hat nichts mit dem Inhalt des von brolithelegend gewählten zu tun, was durchaus so erscheinen mag. Diese könnt Ihr untereinander im P-Chat austauschen.  

     

    1. können und wollen wir nicht die Inhalte anderer Seiten beurteilen und entscheiden, welchen Link wir in den Kommentaren belassen oder entfernen
    2. wir behandeln diesbezüglich alle Mitglieder gleich
    3. machen wir keine Werbung für andere Plattformen
    4. übernehmen wir nicht die Verantwortung dafür, dass die Links möglicherweise auf schadhafte Seiten führen könnten

     

    Genauso wenig wie wir einen Intelligenztest anbieten, kann man unsere Übungen mit standardisierten neuropsychologischen Tests gleichsetzen, die kognitive und mentale Fähigkeiten messen, da diese immer unter gleichen Bedingungen ablaufen müssen. Diese Bedingungen sind bei einem Online-Training niemals gegeben, worauf nicht nur wir hinweisen. 

     

    Was wir anbieten sind Übungen, die Bestandteil dieser neuropsychologischen Tests sind, die wir in eine spielerische Form umgewandelt haben und die Spaß machen sollen. Das personalisierte Training bietet jedem Mitglied die Möglichkeit zu verfolgen, ob es dabei Fortschritte macht oder nicht. Was wir in unseren Studien mit Universitäten, Krankenkassen, in Altersheimen und in Zusammenarbeit mir Betrieben überprüfen, ist, ob das Training für individuell ausgewählten Studienteilnehmer wirksam ist, was durchaus Rückschlüsse darauf zulässt, das es auch für andere Menschen wirksam sein könnte. 

     

    Welche kognitiven Fähigkeiten jemand trainieren möchte, entscheidet er selbst und kann, wie ich denke, selbst beurteilen, ob sich das Training in seinem Alltag bemerkbar macht und hilft.

    Ob jemand sich seine Einkaufslisten besser merken und sein Wechselgeld schneller berechnen kann, den Weg nach dem Lesen eines Stadtplanes eher findet als vorher, sich besser konzentrieren kann, seine Aufmerksamkeit steigert, schneller zwischen entgegengesetzten Handlungsoptionen wechseln kann, Vokabeln schneller erlernt, eventuell mehr Erfolg beim Memory spielen mit seinen Enkeln hat oder auch nur, ob er seine kognitiven Fertigkeiten auf dem gleichen Niveau hält, entscheidet jeder für sich selbst. Wie sollte man das bei jedem überprüfen können? Das sind ganz subjektive Einschätzungen. Auch darüber, wie schneller oder dauerhaft sich solche Erfolge einstellen, können und wollen wir keine individuellen Prognosen abgeben, da jeder andere Voraussetzungen in das Training mitbringt.

     

    Da Du, tumbleweed, schon länger bei NeuroNation Mitglied bist, kannst doch selbst beurteilen, ob und wie Dir das Training gefällt, es sich auf Deinen Alltag auswirkt und hier Deine Erfahrungen mitteilen und Dich darüber austauschen. 

     

    Ob und wie unserer Programm hilfreich und wirksam ist, davon kann sich jeder in unserem kostenlosen oder Premiumtrainings selbst überzeugen und entscheiden, was er dafür opfert. Diese Entscheidung kann einem niemand abnehmen.

     

    Liebe Grüße Katja von NN

     

     

     

     

     

     

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    Tumbleweed
    Stimmen: 1

    Es ist natürlich richtig, dass einem die Entscheidung für oder gegen Neuronation niemand abnehmen kann. Informationen und Verweise auf Publikationen können aber eine Entscheidungshilfe bieten. Ich finde es daher schade, dass es keine eindeutigen Studien zu dem Thema gibt. Warum ist das so?

     

    Meiner persönlichen Erfahrung nach ist Neuronation jedenfalls - anders als andere Brain Jogging Apps und Programme, ich habe da in der Vergangenheit schon einiges ausprobiert - das Geld und die Zeit wert, die man investiert. Wie schon erwähnt, durchbrechen insbesondere die Sensorik-Übungen meinem Gefühl nach Denk- und Wahrnehmungsmuster und "tun etwas" im Gehirn. Aber auch die Arbeitsgedächtnis-Übungen scheinen bei mir etwas verändert zu haben. Das kostenlose Probetraining ist allemal einen Versuch wert.

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    Deprositron
    Stimmen: 2

    Hallo,

    ich trainiere seit 3 Monaten bei Neuronation und bin überzeugt davon, dass die Übungen bei mir einen positiven Effekt haben, und zwar auf meine Psyche und auf meine kognitiven Fähigkeiten.

    Generell hat sich meine Konzentrations- und Merkfähigkeit wieder verbessert und das spüre ich in vielen verschiedenen Situationen des Alltags. Inwieweit „nur“ das grundsätzlich vorhandene Potential wieder an die Oberfläche kommt oder ob auch eine generelle Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten durch dieses Training erreicht werden kann entzieht sich meiner Beurteilungsfähigkeit.

    Es ist durchaus eine Kombination von vielen verschiedenen Faktoren denkbar, die bei mir subjektiv zu einer Verbesserung oder teilweise „Zurückeroberung“ einer grundsätzlichen Leistungsfähigkeit geführt haben.

    Mir persönlich ist es jedoch egal, da Studien mir nicht helfen und selbst, wenn das Training nur einen Placebo-Effekt hat ist dieser für mich ausreichend um weiter zu machen.
    Da ich aufgrund meiner Krankheit mit diesem Training begonnen habe kann ich aus Erfahrung sagen, dass einige Therapien mir weniger gebracht haben als dieses Training. Da nützt mir persönlich auch nicht, in wie vielen Studien die Wirksamkeit von verschiedenen Medikamenten und Therapieformen nachgewiesen wurden und die waren allesamt sehr viel teurer als dieses Training.

    Ich halte nicht jede Übung in gleicher Weise für geeignet um nachhaltige Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten zu haben, halte sie jedoch für unschädlich :-) und mache manche dieser Übungen nur aus Spaß.

    Sicherlich verbessert man sich auch nur einfach dadurch, dass man eine Übung lernt. Was ist daran der Nachteil ? Es kann ja nicht schaden z.B. seinen Wortschatz aufzufrischen oder auch das Kopfrechnen zu üben. Ob man das nun auf einem Blatt Papier machen möchte oder hier bleibt doch jedem selbst überlassen, dazu gehört auch, ob und wieviel ich für eine Leistung bezahlen möchte.

    Subjektiv hat die Kombination der Übungen auch Auswirkungen auf allgemeine Merkfähigkeit, Aufmerksamkeit, Konzentration, Antrieb und die Psyche (wie oben schon kurz erwähnt.) Ebenfalls subjektiv bestätigen mir Menschen in meinem persönlichen Umfeld einen positiven Effekt und eine Veränderung, seitdem ich dieses Training angefangen habe.

    Bei einigen Übungen, mit denen ich anfangs sehr große Schwierigkeiten gehabt habe schaffe ich mittlerweile den höchsten Level "meistens" fehlerfrei. Nicht bei jeder Übung ist dieser Effekt durch "reines Erlernen" erklärbar.

    Es gibt jedoch auch Übungen, bei denen meine Leistungen sehr schwankend sind und ich selber unsicher bin, ob es überhaupt eine deutliche Verbesserung gibt. Die Verifizierung wäre in jedem Fall schwierig, da Schwankungen auch Krankkheitsbedingt üblich sind. Dass ich überhaupt einige Übungen mittlerweile so gut hinbekomme und mein Kopf bedingt wieder ganz gut funktioniert führe ich zumindest teilweise auf dieses Training zurück.

    Inwieweit Erkenntnisse unser Gehirn betreffend als gesichert gelten können, ist allgemein eine schwere Frage. Was glaubst Du, wie viel überhaupt bisher als gesichert zum Thema Funktionsweise etc. des Gehirns gilt. ? Nach meinem Kenntnisstand ist dieses Wissen sehr viel geringer als man allgemein annimmt.

    Wenn es gelingt langfristig das Arbeitsgedächtnis zu verbessern ist das sehr wertvoll, da es für viele verschiedene Situationen, Aufgaben sehr wichtig ist, dieses ist in einigen Studien „belegt“.

    Grundsätzlich gilt für unser Gehirn in gewisser Weise „use it or loose it“ , so dass es keine Methode gibt, die langfristig das Gehirn fit hält ohne das unser Gehirn arbeiten muss.

    Zu den Studien, die „angeblich“ nachweisen, dass Gehirntraining nichts bewirkt.
    Wer hat die bezahlt und wie wurde das genau nachgewiesen ? :-)

    Ich stimme Dir durchaus zu, dass eine kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema zu begrüßen ist. Da unser Gehirn sehr komplex ist wird eine „richtige Antwort“ zur Wirksamkeit oder dem Gegenteil so schnell wohl keiner liefern können, so dass es am Ende jedem selbst überlassen bleibt für sich einzuschätzen, ob es ein lohnenswertes Training ist oder nicht.

    Dieses Training bleibt sicherlich nur ein kleiner Baustein, Wunder sollte man nicht erwarten. Dieses Training alleine reicht dem Gehirn wohl kaum, hat aber auch keiner behauptet. Es gibt viele andere Methoden sein Gehirn zu trainieren, welche Dinge man nun nutzt oder nicht ist letztlich sehr individuell.

    Liebe Grüße

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    brolithelegend
    Stimmen: -1

    "Ich halte nicht jede Übung in gleicher Weise für geeignet um nachhaltige Auswirkungen auf kognitive Fähigkeiten zu haben, halte sie jedoch für unschädlich :-) "

     

    Ich zweifel nicht an, dass die Übungen unschädlich sind. Das ist aber auch ziemlich trivial und kein hinreichender Grund, um seine Zeit damit zu verbringen. Zumindest nicht für mich.

     

    "Sicherlich verbessert man sich auch nur einfach dadurch, dass man eine Übung lernt. Was ist daran der Nachteil ? Es kann ja nicht schaden z.B. seinen Wortschatz aufzufrischen oder auch das Kopfrechnen zu üben."

     

    Sicher kann es nicht schaden, aber ich möchte weder Geld noch Zeit in etwas investieren, was eben bloß nicht schadet, aber ansonsten keinen signifikanten Effekt auf meine geistige Leistungsfähigkeit hat. Wenn jemand vor der Entscheidung steht, ob er Zeit oder Geld in dieses Produkt investieren sollte, dann benötigt er bessere Gründe als "kann ja nicht schaden." Und der Nachteil ist eben, dass man Geld oder Zeit inverstiert, das/die man besser hätte investieren können.

     

    "Bei einigen Übungen, mit denen ich anfangs sehr große Schwierigkeiten gehabt habe schaffe ich mittlerweile den höchsten Level "meistens" fehlerfrei. Nicht bei jeder Übung ist dieser Effekt durch "reines Erlernen" erklärbar."

     

    Kann ich nicht beurteilen.

     

    "Mir persönlich ist es jedoch egal, da Studien mir nicht helfen und selbst, wenn das Training nur einen Placebo-Effekt hat ist dieser für mich ausreichend um weiter zu machen."

     

    Das ist durchaus eine legitime Position. Wenn das Training dir hilft, dann passt es doch und es ist vielleicht auch nicht so wichtig, ob der positive Effekt auf das Training selbst zurückzuführen ist oder auf den Placebo-effekt. Andererseits bezahlen die User eben für das Training und nicht bloß für positive Erwartungshaltungen, die durch das Programm erzeugt werden. Wenige möchten eben Geld für etwas ausgeben, was nicht hält, was es verspricht. Falls du aber ohnehin kein Geld für das Training ausgibst, dann ist das vielleicht auch nicht so wichtig.

     

    "Inwieweit Erkenntnisse unser Gehirn betreffend als gesichert gelten können, ist allgemein eine schwere Frage. Was glaubst Du, wie viel überhaupt bisher als gesichert zum Thema Funktionsweise etc. des Gehirns gilt. ?"

     

    Begründe dann bitte, was nicht als gesichert gilt und inwiefern das relevant für die Frage "Ist dieses Trainingsprogramm effektiv?" ist.

     

    "Wenn es gelingt langfristig das Arbeitsgedächtnis zu verbessern ist das sehr wertvoll, da es für viele verschiedene Situationen, Aufgaben sehr wichtig ist, dieses ist in einigen Studien „belegt“."

     

    Ich stimme dir zu. Es gibt hier Studien, die belegen, dass sich Arbeitsgedächtnistraining positiv auf Intelligenz und andere Bereiche auswirken kann. Es gibt allerdings auch Studien, die keinen Effekt nachweisen konnten. Es gibt hier also anscheinend auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Arbeitsgedächtnisübungen. Daher sollte jedes Training im Idealfall individuell evaluiert werden.

     

    "Grundsätzlich gilt für unser Gehirn in gewisser Weise „use it or loose it“ , so dass es keine Methode gibt, die langfristig das Gehirn fit hält ohne das unser Gehirn arbeiten muss."

     

    Das ist so nicht ganz richtig. Es gibt hier Studien, die belegen, dass die Effekte eines kognitiven Trainings auch noch viele Jahre nach Abschluss des Trainings vorhanden sein können. Ich würde dir ja gerne die Studien verlinken, aber darf es leider nicht. Es gibt beim kognitiven Training zwei grundsätzlich unterschiedliche Herangehensweisen: Oftmals versucht man die geistigen bzw. kognitiven Fertigkeiten zu verbessern, indem man die Gehirnfunktionen verbessert (Kurzzeitgedächtnis, Verarbeitungsgeschwindigkeit, etc). Es gibt aber auch noch eine andere - weniger populäre - Herangehensweise. Hier versucht man nicht bestimmte Gehirnfunktionen zu verbessern, sondern stellt vielmehr die Frage, welche intellektuellen Skills den verschiedenen Fertigkeiten (Mathe, Analogien, Logik, etc.) zugrunde liegen. Einige Forscher nehmen z.B. an, dass sogenannte Relationsfertigkeiten (z.B.: Wenn A größer als B ist und B größer als C, dann muss auch A größer als C sein.) die Grundlage vieler intellektueller Leistungen sind und dass man die Leistungsfähigkeit eben auch verbessern kann, indem man seine Relationsfertigkeiten verbessert. Hier wird eine Verbesserung nicht direkt durch eine Optimierung bestimmter Gehirnprozesse erzielt, sondern vielmehr durch eine Verbesserung bestimmter intellektueller Kompetenzen. Diese Herangehensweise hat sich als ähnlich effektiv - oder eher noch effektiver - erwiesen. Studien belegen hier z.B. langfristige IQ-Veränderungen von 30+ Punkten.

     

    "Zu den Studien, die „angeblich“ nachweisen, dass Gehirntraining nichts bewirkt."

     

    Ich sollte hier noch etwas klarstellen. Ich denke nicht, dass Gehirntraining nichts bewirkt. Im Gegenteil: Ich denke, dass Gehirntraining sehr effektiv sein kann. Das hängt aber eben von dem spezifischen Gehirntraining ab. Nicht jedes Gehirntraining ist gleich effektiv. Um die Spreu vom Weizen zu trennen, benötigt man eben wissenschaftliche Studien.

     

    "Wer hat die bezahlt und wie wurde das genau nachgewiesen ? :-)"

     

    Ich weiß nicht, wer diese Studien bezahlt hat. Wenn du vermutest oder gar denkst, dass an diesen Studien herumgedoktert wurde, dann belege diesen Verdacht bitte. Die Experimente laufen üblicherweise so ab: Man teilt die Teilnehmer in eine Experimentalgruppe und in eine Kontrollgruppe ein. Beide Gruppen machen zuvor einen Test (z.B. einen Intelligenztest oder einen Aufmerksamkeitstest (je nachdem, was getestet werden soll)). Anschließend traininert die Experimentalgruppe mit den Übungen, die angeblich die Intelligenz, Aufmerksamkeit, das Gedächtnis, etc. verbessern sollen. Nach einer gewissen Zeit (einigen Wochen - Monaten) testet man beide Gruppen wieder. Verbessert sich die Experimentalgruppe nicht in dem Aufmerksamkeits- oder Intelligenztest, so folgert man eben, dass das Programm keinen Effekt auf Intelligenz oder Aufmerksamkeit hat. Die Kontrollgruppe wird benötigt, um zu überprüfen, ob mögliche Effekte tatsächlich auf das Training zurückzuführen sind. Verbessern sich nämlich beide Gruppen gleich stark, so liegt die Vermutung nahe, dass die Verbesserung nicht von dem Training selbst verursacht wurde, da sich ja auch die untrainierte Gruppe verbessert hat.

     

    "Da unser Gehirn sehr komplex ist wird eine „richtige Antwort“ zur Wirksamkeit oder dem Gegenteil so schnell wohl keiner liefern können, so dass es am Ende jedem selbst überlassen bleibt für sich einzuschätzen, ob es ein lohnenswertes Training ist oder nicht."

     

    Die Tatsache, dass unser Gehirn komplex ist, ist irrelevant für die Frage, ob Gehirntraining effektiv ist oder nicht. Anders formuliert: Die Komplexität unseres Gehirns ist kein Hindernis, wenn man die Effektivität eines bestimmten Gehirntrainings überprüfen möchte. Man kann ja einfach mit verschiedenen Testverfahren erfassen, ob sich die Aufmerksamkeit, der IQ, das Gedächtnis, etc. durch das Training verbessert hat oder nicht. Die Komplexität unseres Gehirns ändert ja nichts daran.

     

    "Es gibt viele andere Methoden sein Gehirn zu trainieren, welche Dinge man nun nutzt oder nicht ist letztlich sehr individuell."

     

    Ja, aber ob man eine effektive oder ineffektive Methode benutzt - oder eine wenig effektive oder sehr effektive - ist doch sehr relevant. Besondern dann, wenn man auch noch Geld dafür ausgibt. Und für viele ist es eben wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen und zwischen den vielen Angeboten das Beste auszuwählen.

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    Zendesksupport
    Stimmen: 0

    Hallo brolithelegend,

     

    wie mir scheint, hast Du mittlerweile ausreichend Argumente für eine Entscheidung gefunden. 

     

    Liebe Grüße Katja von NN

     

     

     

     

  • Avatar
    Tumbleweed
    Stimmen: 0

    @ brolithelegend
    Das sehe ich genau so wie Katja. Du hast ausführlich Infos gesammelt. Jetzt probier's einfach mal aus. In der Zeit, in der Du Deine Position präzisiert hast, hättest Du schon ein paar Sensorik-Übungen machen können. Und das Schnuppertraining kostet Dich ja auch kein Geld. Wenn es Dir nicht um "ob Gehirntraining" sondern um "Gehirntraining ja, aber welches" geht, kann ich Dir NeuroNation wirklich ans Herz legen.

    @Deprositron
    Danke für Deine ausführliche und umfassende Darstellung. Ich habe sie mit Freude gelesen und kann viel damit anfangen.

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    Deprositron
    Stimmen: 0

    Hallo :-)

    Jede Methode zeichnet sich nicht zuletzt dadurch aus, inwieweit es gelingt zu motivieren. Dieses scheint hier bei einigen Mitgliedern zu funktionieren.

    Ich denke, wenn Du anzweifelst, dass es ausreichend Mitglieder gibt, die selber in der Lage sind zu beurteilen, was für sie persönlich der Benefit dieses Trainings ist, ist das Deine legitime Position :-), die ich nicht teilen kann. An dieser Stelle noch einmal die Betonung ich nutze dieses Training als Teil einer Therapie und mir persönlich hilft das Training auch in Bezug auf mein Gedächtnis und meine kognitiven Fähigkeiten und macht zudem auch noch Spaß.
    .

    brolithelegend: „Falls du aber ohnehin kein Geld für das Training ausgibst, dann ist das vielleicht auch nicht so wichtig.“
    Wozu dient dieser Satz ? Ich habe für dieses Training bezahlt und bereue es bisher nicht.
    .

    brolithelegend: „Begründe dann bitte, was nicht als gesichert gilt und inwiefern das relevant für die Frage "Ist dieses Trainingsprogramm effektiv?" ist.“

    Für mich ist dieses Training bisher effektiv, das ist meine persönliche Erfahrung Für mich ist jedoch nicht effektiv, stundenlang Studien zu lesen. Ich wage zu bezweifeln, dass es so einfach ist aus den Ergebnissen die richtigen Schlüsse zu ziehen.
    Nicht, dass es falsch verstanden wird, ich schätze durchaus wie viel Wissenschaft zu leisten vermag, glaube aber auch nicht alles, was in Studien bewiesen wurde. Diese Einschätzung beruht ebenfalls auf persönliche Erfahrung.
    .

    brolithelegend: „Ich stimme dir zu. Es gibt hier Studien, die belegen, dass sich Arbeitsgedächtnistraining positiv auf Intelligenz und andere Bereiche auswirken kann. Es gibt allerdings auch Studien, die keinen Effekt nachweisen konnten. Es gibt hier also anscheinend auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Arbeitsgedächtnisübungen. Daher sollte jedes Training im Idealfall individuell evaluiert werden. „

    So ist das mit den Studien, Du schreibst mir aus der Seele, die einen schreiben dies und die anderen das :-) Zu Deinem Einwand „use it or loose it“ sei falsch, ich habe nicht behauptet, dass unsere Gehirn vollständig abschaltet, das wäre auch bewiesenermaßen fatal. :-)
    Es ist jedoch so, dass „Untätigkeit“ Folgen für unser Gehirn hat, dieser Effekt ist im fortgeschrittenen Alter höher als in jungen Jahren und zumeist reversibel.

    Wichtig scheint mir die individuelle Evaluierung, da sich Menschen nun mal unterscheiden, ist grundsätzlich nicht alles für jeden in gleicher Weise geeignet. Dieser Umstand und die Tatsache, dass viele verschiedenen Einflussgrößen sowohl auf die kognitiven Fähigkeiten als auch auf die Überprüfung der Fähigkeiten wirken macht es schwierig die richtigen Schlüsse zu ziehen. Das bis ins Detail hier auszudiskutieren führt jedoch wohl nicht weiter.
    .

    brolithelegend: „Diese Herangehensweise hat sich als ähnlich effektiv - oder eher noch effektiver - erwiesen. Studien belegen hier z.B. langfristige IQ-Veränderungen von 30+ Punkten.“

    Wenn man mal die herkömmliche Schulbildung außer acht lässt, die u.a. Kernkompetenzen lehren sollte, halte ich eine IQ Veränderung von 30+ Punkte aufgrund irgendwelcher Trainingsmethoden für „Erwachsene“ für unwahrscheinlich. Inwieweit das überhaupt für einen "normal begabten Erwachsenen" erstrebenswert ist wäre ebenfalls ein Gedanke über den es sich lohnt nachzudenken :-)
    .

    brolithelegend: „Die Tatsache, dass unser Gehirn komplex ist, ist irrelevant für die Frage“ „Ja, aber ob man eine effektive oder ineffektive Methode benutzt - oder eine wenig effektive oder sehr effektive - ist doch sehr relevant. Besondern dann, wenn man auch noch Geld dafür ausgibt. Und für viele ist es eben wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen und zwischen den vielen Angeboten das Beste auszuwählen.“

    In einer Studie der Stanford Uni in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck Institut gibt es in einem Kommentar abschließend folgendes Fazit: Kommunikation, sportliche Betätigung und ein geistig reges Leben halten auch das Gehirn fit.
    So einfach :-)

    Die wichtige wissenschaftliche und gesellschaftliche Herausforderung der Suche nach geeigneten Trainingsprogrammen wird ebenfalls betont. Ich habe die Studie selbst nicht gelesen!
    .

    Mir reicht aus, was ich bisher als positiven Effekt auf das Training zurückführe. Abschließend wäre es vielleicht interessanter konkret Deine Erwartungshaltungen in Bezug auf einzelne Übungen zu formulieren und darüber zu diskutieren. Wozu genau möchtest Du dieses Trainingsprogramm nutzen ? Wie genau ist Deine Erwartungshaltung, wäre es möglich die zu konkretisieren ?

    :-) Da Du schon bezahlt hast könntest Du auch einen Selbstversuch starten und anhand einer Selbsttestung überprüfen, inwieweit sich bei Dir persönlich Verbesserungen ergeben oder auch nicht.

    Ich fände es gut, wenn Du vielleicht einen Vorschlag zu konkreten Übungen einreichst, die hier Deiner Meinung nach ebenfalls angeboten werden sollten. Davon könnten vielleicht alle profitieren.

    LG Deprositron

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