Merkfluss und Parita → lange Symbolketten merken

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BcVcB
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Da ich in letzter Zeit häufiger nach meiner Strategie für die Übungen Merkfluss und Parita gefragt wurde, dachte ich, meine Antwort auch mal hier im Forum zu posten, damit weitere Leute davon profitieren können. Mit dieser Strategie bin ich bei Merkfluss, Parita und Parita Pro inzwischen fast immer fehlerfrei; bei Merkfluss Pro habe ich aufgrund der langen Spieldauer von 4 Minuten und den damit verbundenen häufigen Gedächtnis-Updates noch ein paar Probleme: In meinem aktuell besten Lauf hatte ich ca. 5 Sekunden vor Ende einen Fehler gemacht (11869 Punkte), was also knapp unter der theoretisch erreichbaren Maximalpunktzahl ist, aber dennoch - Stand jetzt - deutlich oberhalb der Rekorde anderer Mitglieder.

Hier beschreibe ich nur die Strategie für die oberen Startstufen mit langen Symbolketten. Für untere Startstufen (Kettenlänge <5) ist diese Strategie nicht erfolgversprechend und man sollte lieber eine reine Mitsprech-Strategie anwenden.

Meine Grund-Strategie, mit der ich bei Merkfluss und Parita die Aufstiege geschafft habe, ist die folgende (siehe auch "Loci-Methode" auf Wikipedia): Bei Startstufe n haben die Ketten eine Länge von n+1, d. h. ein Symbol muss jeweils mit dem Symbol n+1 Schritte davor verglichen werden. Daher verwende ich im Gedächtnis eine Route der Länge n+1 und verbinde jede der n+1 Routenpositionen mit einem zu merkenden Symbol. Meine Route geht meinen Körper entlang, d. h. die erste Routenposition sind meine Füße und die anderen Routenpositionen sind dann aufwärts an meinem Körper verteilt. Wenn das erste Symbol beispielsweise ein Baum ist, dann stelle ich mir vor, dass ich mit meinen Füßen am Ast eines Baums baumele. Entsprechend denke ich mir dann auch zu den anderen n zu merkenden Symbolen ein Bild, durch das ich sie mit der entsprechenden Routenposition verbinde. Wenn dann die neuen Symbole kommen, dann muss ich mich beim ersten Symbol also wieder an meine Füße erinnern: Ist das neue Symbol wieder ein Baum, dann weiß ich, dass es eine Übereinstimmung gibt und ich muss in meinem Gedächtnis nichts ändern. Ist es dagegen beispielsweise ein Ball, dann muss ich das Baum-Fuß-Bild vergessen und präge mir stattdessen ein Ball-Fuß-Bild ein (z. B. dass ich einen Ball mit dem Fuß wegschieße). Genauso vergleiche ich dann die nächsten neuen Symbole mit der entsprechenden Routenposition und update bei Nicht-Übereinstimmung meinen inneren Speicher. Ich muss mir also ständig für jede Routenposition genau ein Bild merken. Schwierig wird es dann gegen Ende des Spiels, wenn man das Gedächtnis für eine Routenposition mehrfach überschrieben hat und durcheinander kommt, welches Bild man sich für die aktuelle Routenposition gerade merkt und welches man schon vergessen haben sollte.

Heutzutage habe ich diese Strategie bei Merkfluss Pro (nicht bei Parita) noch etwas angepasst und bin somit erfolgreicher: In der höchsten Startstufe 10 (hier haben die Ketten Länge 11) merke ich mir nur die ersten 6 Symbole jeder Kette mit einer Route der Länge 6 und die übrigen 5 Symbole merke ich mir verbal (bei der Nicht-Pro-Version von Merkfluss ist die Kette in der Maximalstufe kürzer, sodass man eine andere Aufteilung wählen sollte). D. h. ich sage mir die übrigen 5 Symbole auf, wenn sie erscheinen (jedes erhält einen ein-silbigen Namen), und nachdem alle 5 nacheinander erschienen sind, sage ich alle 5 nochmal schnell auf, um sicherzugehen, dass ich sie mir merke. Ich merke mir die Informationen so also auf zwei verschiedenen Kanälen -- die ersten 6 Symbole bildlich mit Route und die übrigen 5 verbal/auditiv -- was meiner Erfahrung nach besser funktioniert als wenn man sich alle Informationen auf dieselbe Weise zu merken versucht. Es scheint wohl damit zusammenzuhängen, dass der bildliche Kurzzeitspeicher begrenzt ist und der auditive ebenfalls begrenzt ist (ich könnte mir nicht alle 11 Symbole mit der verbalen Methode merken), indem man aber beide Speicher verwendet, hat man einen insgesamt größeren Gesamtspeicher. Außerdem ist der bildliche Speicher durch das ständige Überschreiben fehleranfälliger als der verbale, sodass ich die Fehlerwahrscheinlichkeit also minimiere, wenn ich mir einen geringeren Anteil der Symbole (6/11 statt 11/11) auf diese Weise merke.

Anfangs dauert es ein bisschen, bis man seine persönliche Route verinnerlicht hat. Mit der Zeit wird man dann immer besser. :)

8 comments

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    NeuroNation Support
    votes: 0

    Herzlichen Dank an Deprositron für den Beitrag aus den Kommentaren

     

    "Ich merke mir hauptsächlich die Bezeichnung durch lautes Sprechen und nutze die visuelle Erinnerung zusätzlich. Manchmal wiederhole ich gedanklich die Reihenfolge der Begriffe in den kurzen Pausen bis zum nächsten Bild. Damit ich mir den Durchlauf merke und weiß wann ich wieder auf „die nächste Folge umschalten“ muss, versuche ich mir einen "Rhythmus" einzuprägen. Da ich nun schon seit ein paar Monaten hier übe merke ich, wie es zunehmend besser gelingt sich die Folgen visuell einzuprägen. Ich habe diese Übung aber auch schon sehr oft trainiert und auch die "normale Merkfluss-Übung" im Lernmodus öfter ausgeführt. Am Anfang hätte ich nicht gedacht, dass ich so weit komme.
    Bin gerade auf Startstufe 8 aufgestiegen und frage mich gerade wie viele Startstufen es überhaupt gibt ?
    LG"

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    Medion987
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    Hi, ich nutze diese Technik auch bzw. sehr ähnlich.

    Ich habe vor einiger Zeit auch einen Artikel darüber geschrieben, ganz ähnlich wie deiner (Bitte über eine Suchmaschine suchen oder per PM).

    Mir ist aufgefallen, wenn man diese Technik nutzt, ist das reine Übungssache wie gut man ist. Das "Vergessen" wird dann fast unmöglich. Ja je häufiger man hintereienander übt, desto mehr "überbelegt" sind die Routenpunkte dann, und dann komme ich eher durcheinander. Aber auch das ist nur Übungssache denke ich, ggf. könnte man auch eine zweite Route anlegen. Absolut Perfektioniert habe ich es auch noch nicht. Es ist noch Luft nach oben da. Bin mir aber sicher, das ist die richtige Technik.

    LG

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    Brainessa
    votes: -1

    @BcVcB: Herzlichen Dank für das ausführliche How-To.  Bin gerade dabei, mich mit der Loci-Methode anzufreunden. 

    @Medion987: Auch Dir vielen Dank für die vielen Tipps und Tricks, die man auf Deiner NN-Fan-Website zu den NN-Übungen findet. Ein echtes Juwel! 

     

    Way2Go! :-))

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    B.W.
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    Wo finde ich diese NN-Fan-Website von Medion987?
    Brauche dringend Tipps für die Merkfluss-Übungen, bin glaub ich einfach zu langsam dafür :-(

    LG
    BW

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    NeuroNation Support
    votes: 0

    Hallo B.W.

     

    bitte schreibe Medion987 eine Privatnachricht.

     

    Liebe Grüße Katja von NN

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    Benutzer 11424416092
    votes: 2

    Hallo zusammen
    Gibt es auch ein paar Tips für die Leute, die schon bei Stufe 3 am Limit sind.
    Wie lange Pausen habt ihr zwischen den einzelnen Bildern, damit ihr euch die Bilderreihen nochmals aufsagen könnt. Bei mir kommen die neuen Bilder im Sekundentakt. Da gibt es für mich keine Zeit, eine Reihe von 5 -7 Bildern dazwischen wieder zu wiederholen. Ich bin einfach zu langsam. Ich frage mich manchmal, was für Leute hier mitmachen. Sind das alles Professoren und Genies. Ich habe Abi. Dachte, ich sei auch nicht allzu dumm, aber das mit dem Merken geht bei mir einfach nicht. Ich finde keine Technik, wie ich das anpacken soll. Es gibt noch einige Übungen bei Neuronations, wo es mir ähnlich geht. Das ist echt frustrierend.
    Bitte, es soll mir doch jemand einen Tip geben, wie ich mir schon nur die 6 Bilder merke. Die Zusammenstellung ändert ja jede Sekunde.

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    Katja von NN
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    Einen herzlichen Dank für Tiotic für den Tipp aus den Kommentaren.


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    Iam Slow
    votes: 0

    Wenn ich es richtig sehe, handelt es sich hier um die n-back Methode zur Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses. Mit phonetischen Schleifen oder Routen zu arbeiten ist da doch eher nachteilig? Soweit ich es verstanden habe, sollte es am zweckmäßigsten sein, am Rande seiner Kapazität ohne Beachtung des Erfolges zu arbeiten, um größtmöglichen Nuten zu ziehen - auch wenn es vielleicht frustrierend ist.

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